Kameras sind ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags geworden. Ob wir nun unser Smartphone oder eine DSLR-Kamera verwenden, noch nie hatten wir so einfach Zugang zu einer hochwertigen Foto-Ausrüstung. Alle modernen Kameras bieten mittlerweile sehr viele verschiedene automatische Einstellungen, mit denen die Aufnahme eines Fotos ganz einfach ist. Sogar die geläufigsten Social-Media-Plattformen für Fotos bieten moderne Bearbeitungsoptionen, dank derer dein Foto fast immer großartig aussieht.

Allerdings nur „fast immer“, denn während die Technologie sich unglaublich schnell weiter entwickelt hat, bewähren sich die Grundtechniken, die Fotografen bereits seit über einem Jahrhundert anwenden, heute immer noch. Und es sieht nicht danach aus, dass diese in absehbarer Zeit an Bedeutung verlieren werden.

Die Aufnahme eines Fotos, ganz egal, ob auf einem Film oder digital, beschränkt sich im Wesentlichen darauf, dass Licht durch eine sehr enge Öffnung gelangt und so ein Bild auf einen Sensor oder einen Film projiziert.
Die Art und Weise, wie wir dieses Licht regulieren, hat Einfluss auf bestimmte Aspekte in unseren Fotos, wie zum Beispiel die Bewegungsschärfe, die Belichtung und die Tiefenschärfe, die zum Einsatz kommen, um unseren Fotos einen individuellen und kreativen Touch zu verleihen. Außerdem können wir dadurch das Foto genau so aufnehmen, wie wir es möchten, und überlassen nicht alles nur der Kamera.

Es gibt vier wichtige Variablen, die bei der Regulierung von Licht eine Rolle spielen, und diese sind:

In dieser Einführung in die Grundlagen der Fotografie betrachten wir diese drei Variablen genauer und erklären, wie sie das Licht regulieren, wie man sie nutzt und welche Effekte unsere Fotos durch sie erhalten.

Hier findest du nun eine kurze Einführung in die Themen, über die wir sprechen werden.

Die Verschlusszeit

Um ein fixes Bild auf einem Sensor oder einem Film einzuprägen, darf nur ganz wenig Licht durch das Objektiv gelangen. Wenn du auf den Knopf drückst, um ein Foto aufzunehmen, öffnet und verschließt sich der Verschluss deiner Kamera blitzschnell und lässt dabei nur soviel Licht auf den Sensor oder Film scheinen, wie von der jeweiligen Einstellung vorgesehen.  Die Lichtmenge, die durch das Objektiv gelangt, und somit die Geschwindigkeit, mit der sich der Verschluss öffnet und wieder schließt, hat einen enormen Einfluss auf die Belichtung (wie hell oder dunkel dein Foto sein wird) und die Bewegungsschärfe, mit der du die Bewegung in deinem Bild entweder „einfrieren“ oder zum Ausdruck bringen kannst.

Die Blende

Die Größe der Öffnung, die vom Verschluss reguliert wird, ist eine weitere Einstellung, die angepasst werden kann. Diese Einstellung nennt sich Blende und hat sowohl Einfluss auf die Belichtung als auch auf die Tiefenschärfe (in Englisch auch DoF, Depth of Field, genannt).  Wir gehen gleich noch genauer auf diese Einstellung ein, doch vorab lässt sich sagen, dass ein Fotograf, der gute Kenntnisse über die Tiefenschärfe besitzt, den Teil des Bildes bestimmen kann, der im Fokus stehen soll.
Du hast bestimmt schon einmal ein Foto gesehen, in dem nur das Motiv im Fokus steht, während der Hintergrund sanft zerschmilzt und nur verschwommene Farben zum Vorschein bringt. Dieser Effekt lässt sich durch die Regulierung der Blende, also durch die Regulierung der Tiefenschärfe erzielen.

Der ISO-Wert

Der ISO-Wert gab früher einmal an, wie lichtempfindlich eine Filmrolle war. Heute bezieht er sich jedoch auf die Lichtempfindlichkeit deines Kamerasensors. Früher erzeugten sehr lichtempfindliche Filme körnige Bilder und auch heute noch sorgt ein hoher ISO-Wert dafür, dass das Bild heller wird, wodurch automatisch das digitale Pendant des Filmkorns zum Vorschein kommt, das auch Bildrauschen genannt wird.
Durch die Optimierung der Foto-Technologie wird auch die Qualität der mit einem hohen ISO-Wert aufgenommenen Bilder zunehmend besser. Man sollte jedoch wissen, dass jede Kamera ihre eigene Grenze aufweist, die festlegt, ob das Bildrauschen in einem Foto noch akzeptabel ist.

Weißabgleich

Jede Lichtquelle ist anders. Das bedeutet, dass jedes Mal, wenn du ein Foto aufnimmst, deine Kamera die erhaltenen Informationen verarbeitet und die richtigen Farben der jeweiligen Szene bestimmt. Das Ergebnis variiert je nachdem, ob du natürliches Licht, eine künstliche Lichtquelle, LED-Leuchten oder eine andere Lichtquelle verwendest, und hängt davon ab, ob es ein trüber Tag ist oder ob du das Foto drinnen oder draußen aufnimmst usw.
Ein falscher Weißabgleich bedeutet, dass die Farben in deinem Bild in eine Richtung des Spektrums gezerrt werden und infolgedessen zu gelb, zu grün, zu blau oder zu violett sind, wodurch sie ein unrealistisches Aussehen erhalten.
Alle modernen Kameras besitzen eine Voreinstellung für den Weißabgleich, mit dem die häufigsten Szenarien abgedeckt werden. Es gibt jedoch noch bessere Optionen, die dir dabei helfen können, deine Fotos ganz nach deinen Wünschen zu optimieren.

 

Die oben aufgelisteten Einstellungen zählen zu den Grundeinstellungen, die jeder Fotograf kennen muss, um mit seiner Ausrüstung das beste Ergebnis zu erzielen, und um zu beweisen, dass er seine Kamera im Griff hat und nicht andersrum. Es gibt nichts Frustrierenderes, als eine wunderschöne Szene zu sehen, die man gerne einfangen möchte, und festzustellen, dass die Kamera ganz und gar nicht kooperativ ist und nicht das Ergebnis liefert, dass du erzielen möchtest.
Wenn du die Einstellungen deiner Kamera gut kennst, erhältst du auch bessere Fotos und bessere Fotos machen einen großen Unterschied, vor allem, wenn sie im Großformat gedruckt oder präsentiert werden.


Bei diesen Einstellungen handelt es sich um grundlegende Einstellungen, da sie bei jedem Foto, das du aufnimmst, zum Einsatz kommen. Außerdem können sie bei der Nachbearbeitung nicht mehr verändert oder angepasst werden und müssen daher zum Zeitpunkt der Aufnahme korrekt sein.
Natürlich könnte man bei jeder einzelner dieser Einstellungen noch viel mehr ins Detail gehen, jedoch beschränken wir uns hier auf eine allgemeine Einführung mit den notwendigen Informationen. Auf diese Weise kann jeder von euch ein wenig experimentieren und seiner Kreativität und Individualität freien Lauf lassen. Denn so werdet ihr immer besser und könnt besondere Momente in wunderschöne Bilder verwandeln.

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