Unsere Kollegin Femke hat ein Fotobuch für ihren Vater gemacht – mit seinen eigenen Fotos. Das schreibt Femke als stolzes Redaktionsmitglied von albelli selbst über ihr Fotobuch:

“Manchmal erkennen Kinder erst nach Jahren, wenn sie selbst erwachsen sind, den Wert der Arbeit ihrer Eltern. So war das auch bei mir.

Mein Vater hat oft versucht, mir die Fotos von seinen Reisen zu zeigen. Ich war mitten in der Pubertät und hatte keine Geduld dafür. Seine Fotos gefielen mir, aber ich hatte kein Gefühl für ihre Qualität – bis ich anfing, bei einem Unternehmen zu arbeiten, das Fotobücher herstellt. Ich wollte für meine Arbeit ein Fotobuch machen und suchte nach Fotomaterial. Aus praktischen Gründen fragte ich meinen Vater, ob er nicht ein paar Fotos hätte, die ich verwenden könne. Was er mir per Mail zurück geschickt hat, hat mich beinahe zu Tränen gerührt. Mir war bis dahin einfach nicht klar, wie schön und besonders seine Fotos waren.

Jetzt schliesst sich der Kreis, der Vater fotografierte, die Tochter macht etwas damit.

Dieses Fotobuch habe ich mit großem Stolz für ihn gemacht, zum 70. Geburtstag. Keine perfekten Fotos, kein perfektes Buch. Aber ein Buch, dass seine Arbeit greifbar macht.  Auf diese Weise ist mein Vater, trotz seiner unstillbaren Reiselust, immer ein bißchen bei mir.

Alle Fotos in diesem Fotobuch wurden mit einer analogen Kamera aufgenommen. Der Fotograf, mein Vater, war unterwegs in einem alten Fordbus, immer auf der Suche nach den Menschen, dem Vergehen und der Geschichte hinter den Fotos. 2011 digitalisierte er für mich eine Auswahl von Fotos, damit ich sie in ein Fotobuch bringen konnte, neue digitale Fotos von den analogen Aufnahmen, die damals in der Dunkelkammer auf Papier gebracht wurden. Durch das Abfotografieren gewinnt man den Eindruck, manche Fotos seien abgeschnitten. Ich fand den Effekt charmant und war mir sicher, dass mein Vater das ebenso sehen würde, deswegen habe ich die Fotos nicht nachträglich bearbeitet. Das Leben ist weder geradlining noch perfekt, und die kleinen Unperfektheiten zeigen um so besser, wie und warum dieses Buch entstanden ist.

Ich wünsche jedem diese Erfahrung. Und weiß jetzt auch wieder warum ich für eine Fotobuch-Unternehmen arbeite.”

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