Lebhafte Straßenszenen zu fotografieren macht immer Spaß, ob zu Hause oder auf Reisen. Nichts fängt das Leben so authentisch ein wie spontane Schnappschüsse vom bunten Treiben auf der Straße, aber als Fotograf oder Fotografin musst du sehr schnell auf kleine magische Momente reagieren. Unsere einfachen Tipps für die Straßenfotografie, vom Erkennen guter Kompositionen bis zur Wahl der besten Kameraausrüstung und Einstellungen, helfen dir, die Welt um dich herum auf aufregende, kreative Weise zu sehen.

1. Benutze eine kleinere Kamera (oder dein Smartphone!)

Das Schöne an der Straßenfotografie ist, dass es weniger um die Ausrüstung als vielmehr darum geht, wie du die Welt um dich herum betrachtest. Du solltest versuchen, so unauffällig wie möglich vorzugehen. Mit einer großen professionellen digitalen Spiegelreflexkamera oder spiegellosen Kamera ist das schwierig. Deshalb verwenden so viele professionelle Straßenfotografen kleine Kompaktkameras. Dein Smartphone ist perfekt für die Straßenfotografie, weil es so unauffällig ist.

2. Lass die Kamera einen Teil der Arbeit übernehmen

Bei der Straßenfotografie dreht sich alles darum, nach zufälligen Momenten Ausschau zu halten. Wenn sie sich ergeben, musst du schnell reagieren. Deshalb ist es wichtig, dass deine Kamera oder dein Smartphone bereit ist um schnell eine Momentaufnahme machen zu können. Nutze einen vollautomatischen Modus wie „Automatik“ oder „Programm“ oder einen halbautomatischen Modus wie Zeitautomatik (bei der du die Blende wählen kannst, die Verschlusszeit und der ISO-Wert aber automatisch gesteuert werden) oder Blendenautomatik (bei der du die Verschlusszeit wählst, die Kamera aber alles andere steuert). So kannst du dich ganz auf die Suche nach kleinen magischen Momenten konzentrieren und musst weniger mit deinen Kameraeinstellungen herumspielen.

3. Halte deine Kamera immer griffbereit

Stell dir vor: Eine Möwe nähert sich wie der Blitz und stiehlt das Essen deines Partners oder deiner Partnerin oder ein Hubschrauber fliegt unter der Brücke durch, die du gerade überquerst. Spektakulär! Und du hast deine Kamera gerade dann nicht bereit. Wie ärgerlich! Sorge deshalb dafür, dass deine Kamera immer griffbereit und der Objektivdeckel abgenommen ist. So hast du sie schnell zur Hand, wenn etwas Aufregendes passiert. Wenn du mit deinem Smartphone fotografierst, lass deine Foto-App offen und stelle sicher, dass es mit einem schnellen Griff zur Hand ist.

4. Mache Stadtporträts von Familie und Freunden

Straßen sind fantastische Orte für stilvolle Stadtporträts. Halte beim Erkunden einer neuen Stadt mit deinem Partner oder deiner Partnerin, deiner Familie oder deinen Freunden Ausschau nach interessanten Gebäuden und Kulissen. Das können Wahrzeichen wie der Eiffelturm oder die Brooklyn Bridge sein, aber auch ganz normale Orte wie ein Park oder ein cooles Café in deiner Heimatstadt. Achte auf vorteilhaftes Licht, zeige deinen Familienmitgliedern oder Freunden, wo sie sich hinstellen sollen, und fotografiere los. Du wirst erstaunt sein, wie lustig und dynamisch Straßenporträts sein können!

5. Nimm dir mehr Zeit für gute Fotografien

Straßenfotografie ist fast wie Meditation. Je mehr Zeit du dir nimmst, dich auf den Rhythmus der Stadt einzustimmen, desto mehr Motive werden dir auffallen! Schlendere langsam durch die Straßen und versuche alles, was um dich herum passiert, in Ruhe aufzunehmen. Schaue nach hinten und nach vorne, beobachte, was sich direkt neben dir abspielt, und vergiss nicht, auch nach oben und unten zu schauen. Fällt dir diese „Entschleunigung“ schwer? Dann versuche, dich auf eine Bank zu setzen und die Welt an dir vorüberziehen zu lassen. Aber denk daran: Halte deine Kamera für den Fall bereit, dass du etwas oder jemanden siehst, der dich fasziniert.

6. Achte auf Kleinigkeiten

Versuche, deine Umgebung so wahrzunehmen, als ob du sie zum ersten Mal sehen und erleben würdest. Was sticht für dich heraus? Jedes Motiv kann ein tolles Straßenfoto abgeben: Es muss noch nicht einmal im herkömmlichen Sinne schön sein. Du hast eine seltsame Pflanze entdeckt, die mitten auf einem belebten Platz in der Stadt wächst? Du hast einen Straßenmusiker in einem ausgefallenen Kostüm gesehen? Zeit für ein Foto! Vielleicht gefallen dir das Aussehen oder die Farbgebung eines ungewöhnlichen Gebäudes, eine coole Ladenfront oder ein Kinoplakat. Dann zögere nicht und schieße ein Foto zur Erinnerung! Nicht jedes Bild muss ein Meisterwerk sein. Es geht vielmehr darum, die Welt zu beobachten, wie sie ist, und interessante Augenblicke mit der Kamera festzuhalten.

7. Achte auf deine Körpersprache

Dass man sich beim Fotografieren auf der Straße nicht ganz unbefangen fühlt, ist normal. Aber Fotografie ist ein Hobby, das Millionen von Menschen auf der ganzen Welt miteinander teilen. Anstatt zu versuchen, deine Kamera zu verstecken oder „heimlich“ Fotos zu machen, ohne dass es jemand merkt, solltest du dich entspannen und ganz offen sein. Wenn du lächelst und offensichtlich Spaß an der Sache hast, wirkst du weit weniger verdächtig als jemand, der den Eindruck erweckt, etwas zu verbergen.

8. Geh mit ein wenig Humor an die Sache heran

Straßenfotografie ist das perfekte Medium, um visuellen Humor zu vermitteln. Du hast ein lustiges Straßenschild oder ein ironisches Graffiti entdeckt? Du wirst sehen, deine Aufmerksamkeit wird sich auszahlen und ein schneller Schnappschuss zum richtigen Zeitpunkt reicht, um Betrachter zum Lachen zu bringen. Denk aber auch daran: Nicht jeder muss das Foto „verstehen“. Einige Fotos sind vielleicht für dich und deinen Partner besonders lustig, andere wiederum beziehen sich auf Insiderwitze in deinem Freundeskreis. Selbst wenn nur du es lustig findest, lohnt sich ein Foto, um in den nächsten Jahren mit einem Grinsen darauf zurückzublicken!

9. Respektiere die Zeit und Umgebung anderer Menschen

Es gibt nichts Schöneres, als eine neue Stadt mit der Kamera in der Hand zu erkunden. Aber vergiss nicht, dass die meisten Menschen, die du triffst, arbeiten und Pläne haben. Verzettele dich also bei deinen Aufnahmen nicht und erledige sie schnell, ohne groß im Weg zu sein. Auch wenn du mit jemandem ins Gespräch kommst, während du ein Foto machst, solltest du niemanden allzu lange aufhalten. Frage die Leute immer erst höflich, ob du sie fotografieren darfst, anstatt „heimlich“ ein Foto zu machen. Wenn sie für ein Foto posieren, dann vergiss nicht, ihnen zu danken. Vielleicht gewinnst du dabei sogar neue Follower auf Instagram!

10. Folge der Menge

Deine Möglichkeiten, mit der Kamera kreative Straßenfotos zu machen, sind fast unbegrenzt. Du könntest leicht einen ganzen Tag in einem bestimmten Viertel (oder sogar auf derselben Straße) verbringen. Manchmal zahlt es sich aber aus, andere Gegenden zu erkunden. Halte Ausschau nach Gruppen von Menschen, die alle in eine Richtung gehen. Vielleicht findet gerade eine kulturelle Veranstaltung oder eine Party statt, von der du nichts wusstest. Folge dem Geschehen und du findest hoffentlich ganz besondere Motive für deine Straßenfotografie.

11. Benutze die „Angeltechnik“

Du hast nicht die Zeit oder die Energie, eine ganze Stadt zu erkunden? Kein Problem! Die „Angeltechnik“ ist ein klassisches Vorgehen in der Straßenfotografie, das überall funktioniert. Such dir einfach einen Ort, der dir gefällt. Vielleicht ist das Licht dort besonders gut oder an den Wänden sind jede Menge tolle farbenfrohe Graffiti. Dann zückst du deine Kamera und wartest, dass dir ein interessantes Motiv ins Bild läuft. Warte lange genug und du kannst sicher sein, dass du etwas besonders Aufregendes mit deiner Kamera „einfängst“!

12. Schieße Selbstporträts vor städtischen Kulissen

Normalerweise neigen wir dazu, andere Menschen zu fotografieren, wenn wir selbst hinter der Kamera stehen. Aber Straßenszenen eignen sich auch ideal für coole Selbstporträts. Halte Ausschau nach modernen Gebäuden mit spiegelnden Flächen aus Glas oder poliertem Metall oder Fenster, in denen du neben dem Innenraum auch dich selbst sehen kannst. Fotografiere dein Spiegelbild in Pfützen, Teichen und Seen oder schnapp dir deine Freunde und Familienmitglieder für ein lustiges Gruppenfoto.

13. Trage immer bequeme Schuhe

Manchmal ist Straßenfotografie ein Zahlenspiel: Je mehr Zeit du damit verbringst, die Straßen mit deiner Kamera zu erkunden, desto mehr Fotos kannst du machen. Der Geheimtipp dabei ist, bequeme Schuhe zu tragen, damit du den ganzen Tag (und sogar bis in die Nacht, wenn du noch Energie hast!) bequem auf den Beinen bleiben kannst. Vergiss ein stilvolles Outfit und denke stattdessen an deinen Komfort, sodass sich die Ergebnisse deiner Fotostreifzüge sehen lassen können.

14. Vor allem gilt: Straßenfotografie muss Spaß machen

Straßenfotografie soll vor allem Spaß machen! Du musst keine preisgekrönten Fotos machen. Solange du Spaß hast und dein kreatives Auge trainierst, machst du alles richtig! Und fotografiere die coolen Cafés und die leckeren Auslagen an den Marktständen nicht nur. Geh hinein, gönn dir eine Pause und genieße die vielen Leckereien, die du findest!

Entdecke noch mehr Tipps und lass dich beim Fotografieren vom albelli-Blog inspirieren.

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