Ein kleines Mädchen, das einen Apfel hält. Der Vordergrund ist scharf, der Hintergrund verschwommen.

Unsere Serie mit Handbüchern über Fotografie-Tipps begann mit einer Einführung in die Grundlagen der Fotografie. In diesem Post erklärten wir viele verschiedene Möglichkeiten, wie du die Menge an Licht, das deine Kamera erreicht, kontrollieren kannst und die Belichtung deiner Fotos regulierst.

Diese Methoden können jedoch mehr als nur die Lichtmenge in deinen Bildern beeinflussen; sie können auch den Stil deiner Bilder verändern. Wir haben uns schon in einem vorherigen Post angeschaut, wie man mit Einstellungen von Verschlusszeiten kreativ werden kann und Bewegungen einfängt. Nun sprechen wir darüber, wie man die Belichtung steuert und mit unterschiedlichen Ästhetiken spielt, indem man die Blendeneinstellung ändert.

Hier erfährst du alles, was du über die Grundlagen der Blendeneinstellung wissen musst, damit du anfangen kannst, mit deinen Bildern zu experimentieren und beeindruckende Fotobücher mit albelli zu gestalten.

Was ist die Blende?

Eine Nahaufnahme pinker Blumen. Der Vordergrund ist scharf, der Hintergrund verschwommen.

Die meisten Kameraobjektive haben eine Blende. Hierbei handelt es sich um eine Reihe von Lamellen in deiner Linse, die sich öffnen und schließen, vergleichbar mit den Pupillen in deinen Augen. So wie bei der Pupille liegt die Hauptfunktion der Lamellen darin, die Menge an Licht, das durch die Linse kommt, zu erhöhen oder zu reduzieren. Die Öffnung in den Lamellen, die das Licht durchlässt, wird als die Blende bezeichnet.

Falls du eine DSLR-Kamera besitzt, schau dir das dazugehörige Handbuch an, um herauszufinden, wie du die Blende einstellen kannst. Du kannst anschließend auf dem Display deiner Kamera sehen, welche Einstellung du ausgewählt hast. Bei den meisten Smartphones kannst du deine Blendeneinstellungen nicht ändern, aber du kannst Apps herunterladen, die dir eine bessere Steuerung ermöglichen oder den Effekt simulieren.

Wie man über die Blende die Belichtung steuert

Ein direkter Vergleich von zwei Fotos eines Hundes. Das linke Bild ist hell und der Hintergrund leicht verschwommen. Das rechte Bild ist dunkler jedoch schärfer.

Die Maßeinheit für Blenden ist bekannt als f/Stop. Auf dem Display deiner Kamera oder Linse wirst du dies als f.x vorfinden, wobei das x von einer Zahl ersetzt wird, die anzeigt, wie weit die Blende geöffnet ist. Je niedriger diese Zahl ist, umso weiter ist die Blende geöffnet und umso heller wird dein Foto sein. Je höher diese Zahl ist, umso weiter ist die Blende geschlossen und umso dunkler das Bild.

Der Blendenwert wird oft als die Geschwindigkeit einer Linse bezeichnet und Linsen mit einer weiten Öffnung von f2.8 oder niedriger gelten als schnell. Diese Linsen haben in der Regel jedoch einen höheren Kaufpreis. Einige professionelle Linsen fangen auch bei einem Blendenwert von f1.4 an, dies bedeutet, dass sich die Blende vollständig öffnen und viel Licht an den Sensor lassen kann, wenn du ein Foto machst. Es gibt auch Linsen, die bis zu f.32 oder höher reichen. Diese Einstellung bedeutet, dass die Blende sehr weit geschlossen ist, fast so wie ein Nadelloch, sodass kaum Licht auf den Sensor trifft.

Wenn du deine Blendeneinstellungen änderst, meist geschieht dies über eine Erhöhung des f Wertes um einen Stop, wird dadurch das Licht, das in deine Kamera eintritt, halbiert. Wenn du andererseits um einen Stop erhöhst, wird die Menge an Licht, die auf den Sensor deiner Kamera fällt, verdoppelt.

Welche Art von Linse solltest du verwenden, um die Blende zu steuern?

Eine Nahaufnahme einer Kameralinse, die zeigt, wie sich die Blende in der Linse schließt.

In unserer Einführung zur Verschlusszeit haben wir darüber geredet, wie sie die Belichtung deiner Fotos verändern kann. Die Blende kann auch die Menge an Licht, das in deine Kamera eintritt, auf eine ähnliche Art und Weise steuern. Du musst deine Blende auf die weiteste Öffnung einstellen (den niedrigsten f Wert) um dein Foto heller zu machen und höhere Werte verwenden, um es dunkler zu machen. Daher bestimmen die Umstände, unter denen du fotografierst, welche Linse du verwenden solltest.

Das Licht ist der Schlüssel in der Fotografie, solltest du auf der Suche nach einer neuen Linse oder einer neuen Ausrüstung sein, denk daran, auch die Blende zu berücksichtigen. Eine Linse mit einer weiten Öffnung von f1.4 gibt dir viermal so viele Stops wie eine f5.6 Linse und lässt 16 Mal so viel Licht in den Sensor. Das heißt, dass die f1.4 Linse um einiges vielseitiger ist.

Die komplexe Technik verwendet sehr schnelle Linsen, die diese Lichtmenge hereinlassen, ohne das Bild zu verzerren. Daher sind diese Art von Linsen in der Regel um einiges teurer. Professionelle Fotografen neigen dazu Linsen mit einer weiten Blendenöffnung von etwa f2.8 zu verwenden. Aber keine Sorge, wenn deine Ausrüstung nicht so hochwertig ist; tolle Fotos kann man jeden Tag und unter schwierigen Bedingungen auch mit einer Standardausrüstung machen.

Was ist die Tiefenschärfe?

Ein Mann im Jeanshemd, der eine Katze hält. Die Katze im Vordergrund ist scharf, der Mann im Hintergrund ist verschwommen.

Genauso wie es bei der Verschlusszeit mehr kreative Möglichkeiten gibt, als nur die Belichtung zu regulieren, kann man auch in zahlreichen Varianten mit der Blende experimentieren.

Have you ever noticed that some photos have a sharp subject, but everything in the background is softly blurred, while some images are crisp throughout? You can adjust the aperture to achieve either of these looks in your images. And the area of that image which is in focus is referred to as the depth of field (DoF).

Angenommen du hast ein Motiv in zehn Metern Entfernung scharf gestellt. Du kannst den Vordergrund vor deinem Motiv und den Hintergrund dahinter unscharf machen, während dein Motiv eine perfekte Bildschärfe behält. Es ist so, als hättest du ein imaginäres Flugzeug in zehn Metern Entfernung und alles andere, dass sich näher oder außerhalb von diesem Flugzeug befindet, wird schrittweise unschärfer. Wie verschwommen das Bild außerhalb dieses Flugzeuges sein soll, kannst du regulieren, indem du die Blendenöffnung deiner Linse anpasst.

Wie du die Einstellungen deiner Blende änderst, um die Tiefenschärfe zu korrigieren

Zwei Mädchen, die draußen Seifenblasen machen. Sie sind scharf gestellt, der Hintergrund ist verschwommen.

Hast du jemals versucht deine Augen auf etwas Undeutliches in der Ferne zu konzentrieren und sie dann zusammengekniffen, um ein schärferes Bild zu erhalten? Etwas Ähnliches passiert mit deiner Kamera, wenn du die Blendeneinstellungen änderst.

Eine weitere Öffnung deiner Blende wird alles außerhalb deines scharf gestellten Flugzeuges sehr verschwommen aussehen lassen. Wohingegen eine kleinere Öffnung mehr vom Vordergrund und Hintergrund deines Motivs scharf stellt. Indem du deine Blendeneinstellungen änderst, kannst du für eine sehr geringe Tiefenschärfe sorgen. Wenn du also ein Porträt aufnimmst, könnte es sich bei dem scharf gestellten Bereich nur um die Augen der Person handeln, während die Nasenspitze leicht verschwommen ist. Andererseits könntest du die Tiefenschärfe sehr hoch einstellen, sodass alles im Bild klar und deutlich zu erkennen ist.

Zu wissen, wie man die Tiefenschärfe über die Blendeneinstellungen reguliert, eröffnet dir eine Vielzahl an kreativen Optionen und zusätzlichen Möglichkeiten, um etwas durch deine Bilder mitzuteilen. Du kannst damit beginnen, die Aufmerksamkeit des Betrachters auf einen bestimmten Bereich zu lenken oder eine dynamische Szene einfangen, indem du ein scharf gestelltes Vollbild präsentierst. Wir werden uns in unserem nächsten Handbuch weitere praktische Beispiele dazu anschauen, wie man die Blende steuert, also denk daran in den nächsten Wochen mal vorbeizuschauen.

Experimente, die du mit der Blende ausprobieren kannst

Eine Frau, die in einem Zimmer steht. Nur ein wenig Licht scheint ihr durch die Jalousien ins Gesicht. Sie ist im Vordergrund, der Hintergrund ist verschwommen.

Warum probierst du bis zu unserem nächsten Post nicht diese einfachen Schritte aus und experimentierst mit ein paar Bildern?

• Nimm ein beliebiges Objekt, einen Freund oder ein Familienmitglied und platziere sie ein paar Meter entfernt von einem Hintergrund, achte zum Beispiel darauf, dass sie nicht an einer Wand stehen.
• Stelle deine Blende auf die größte Öffnung ein (probiere alles unter f5.6), dann konzentriere dich auf dein Motiv und mach ein Foto.
• Ändere deine Einstellungen, indem du die Öffnung verkleinerst und mach dabei jedes Mal ein Bild. Dir werden jeweils zwei Dinge auffallen:
1. Immer, wenn du die Öffnung vergrößerst, sollte dein Foto dunkler werden. Das liegt daran, dass weniger Licht auf den Sensor trifft.
2. Die Unschärfe um dein Motiv wird schrittweise zurückgehen, sodass mehr von deinem Bild scharf gestellt ist.

Tipp: Wenn deine maximale Blendenöffnung nicht weit genug ist um eine verschwommene Grenze zwischen deinem Motiv und dem Hintergrund zu zeigen, bringe einfach etwas mehr Abstand dazwischen. Unschärfe nimmt schrittweise zu, je weiter das Motiv also vom Hintergrund entfernt ist, umso offensichtlicher kann man die Unschärfe erkennen.

Ein direkter Vergleich von zwei Bildern von Hügeln. Das linke Bild ist scharf, das rechte hat Blätter im Vordergrund, die scharf sind, aber die Hügel im Hintergrund sind verschwommen.

Hier ist ein Extra-Tipp. Versuche eine Umgebung zu finden, wo du die Menge an Licht für dein Experiment ganz einfach erhöhen oder reduzieren kannst. Dadurch vermeidest du eine Überbelichtung deiner Fotos bei großer Öffnung der Blende und eine Unterbelichtung bei kleiner Öffnung.

In unserem nächsten Post über praktische Tipps zur Blende werden wir die kreativen Möglichkeiten der Blende vertiefen und schauen, welche Einstellungen sich für bestimmte Arten der Fotografie besten eignen. Dann kannst du ein Fotobuch voller fantastischer Bilder im Handumdrehen gestalten.

Jetzt wünschen wir dir fürs Erste viel Spaß beim Experimentieren. Lerne deine Kamera kennen und deine bevorzugte Tiefenschärfe und teile anschließend deine Lieblingsfotos mit uns auf Facebook und Instagram.

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